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GROSSBRITANNIEN 2002    Teil 3


 
 

 

11.08.02
Sonntag

20h15
im Esszimmer des Stirling Youth Hostel
Whoaweeeee - bzzzzzz... mein Hirn schlägt Purzelbäume! Zuviel Englisch heute... nicht, dass das wirklich was Schlechtes ist! Aber mir fiel`s grad echt ein bisschen schwer, zur Abwechslung mal wieder in Deutsch zu denken. Und ich bin irgendwie so hibbelig. In anderen Worten, aufgekratzt. Iiiiiiiiiiiiek! What to do?!? Muss gleich erstmal Elterns anrufen und mich (auf Deutsch) abreagieren.
Ja, wie lief denn das heute alles so ab? Nee, anders anfangen: Wie ging`s gestern abend nach 22h weiter?
Ich denke, hier werden Bilder mehr sagen als tausend Worte. Die Worte würden sich aber alle so im Bereich "abgedreht, durchgeknallt und zum Totlachen" bewegen.

Heute morgen bin ich dann halt um 11h20 aufgebrochen, nach herzlichen Verabschiedungsszenen und dem Empfang von zehn Pfund übriggebliebenen Summer School-Geldes von Herbert. Das finanziert mir nahezu eine Übernachtung!! *freu*
Wow, das hat jetzt ungefähr zehn Minuten gedauert, bis ich das Kauderwelsch ein paar Tische weiter als Deutsch identifizieren konnte. Hatte zwar schon länger so'n Verdacht, aber erst jetzt hab ich wirklich was verstanden... Grönland und Packeis... na egal, weiter im Text.
Ich kam um ca 11h50 mit dem Bus in Stirling an, und erhielt zeitgleich eine SMS von Keith, er käme um 12h30 mit dem Zug aus Glasgow. Ich hetzte also den Berg hoch, zur JuHe, wo ich leider nur meine Taschen in die Rucksackkammer stellen konnte, weil mein Zimmer erst um ca 14h bezugsbereit sein würde. Aber ich musste ja eh gleich wieder runter in die Stadt.
Kaum war ich am Bahnhof angekommen (ca 12h10), fuhr auch schon ein Zug aus Glasgow ein, und ihm entstieg Keith, bemerkte mich jedoch nicht, da er mit seinem Handy beschäftigt war, um mich von seiner verfrühten Ankunft zu unterrichten. Ich ging hin und teilte ihm mit, das sei ja mal gar nicht nötig, ich sei ja schon da *tadaaaaaa*. Ja, und dann bekam ich erstmal ein Geschenk =0D *strahl* Nämlich die Originalversion von Lord of the Rings auf Video!!! *wiiehiiiiehiiiie* Freude! Zumal ich mir das selbst nie gekauft hätte, will ich doch auf die ausgebaute DVD-Version im November warten (hab zwar keinen DVD-Player, aber was soll's...).
Der Rest des Tages verging mit mehrfach durch und durch nassgeregnet werden, Trinken von mehreren Tassen heißer Schokolade in diversen Cafés, dem Kauf von Postkarten und deren Veredelung durch Zeichnungen und gemeinsam verfasste Texte, dem Kauf eines Regenschirms, einem Spontanbesuch im Kino (Men in Black II) und ganz viel talking in English.
An dieser Stelle eine ganz dicke Umarmung an meinen lieben, lieben Keithy! *mwhaha* Keithy... *hehe*
Nun bin ich wieder im Hostel, hatte endlich auch Zutritt zu meinem Zimmer, und, man höre und staune, habe mich sogar schon mit einer Mitbewohnerin unterhalten! Beata aus Polen. Nett. Aber viel Reden will ich heute, glaube ich, nicht mehr. Jedenfalls nicht in einer Sprache, in der ich beim Sprechen denken muss...
Muss... arg... röchel... ausruhen...

21h30
Room 104
Sitze auf meinem Bett in meinem orangen 4-Bett-Zimmer. Zwei weitere Damen sind anwesend. Beide heißen weder Beata, noch sind sie besonders gesprächig. Sind mit irgendwas papiernem beschäftigt, ganz ähnlich wie ich.

Jetzt weiß ich aber echt nicht, wohin mit mir. Hinlegen und Musik hören scheint mir in der gegebenen Situation eher "uncool" (nicht ganz das Wort, das ich suchte...). Aber reden will ich auch nicht mehr so wirklich. Ich könnte natürlich ins Fernsehzimmer gehen, aber das grenzt mir grad zu sehr an Reizüberflutung.
Nun ja, noch ein paar Worte zur Zimmerausstattung: es gibt eine Toilette und eine Dusche - die sieht recht gut aus, hat aber, laut Beata, ein kleines Zimmerüberflutungsproblem.
Hmmmm, hinlegen wär jetzt schon schön... oha, eine der Damen ist gerade auf der Toilette - die Akustik ist berauschend, man hört alles. Ich ahnte schon sowas. Gefällt mir gar nicht. Aber wat mut, dat mut.
In extremen Notfällen kann man dann vielleicht abwarten, bis eine der Waschmaschinen nebenan im Schleudergang ist, das hört man nämlich auch nahezu ungedämpft *hehehe*. Fragt sich nur, wie lange noch, irgendwann könnte ja wirklich mal jemand auf die Idee kommen, hier ernsthaft schlafen zu wollen... ehm, bevor ich hier dem Stirling Youth Hostel die Gäste vergraule: Abgesehen von den etwas dünnen Wänden ist das Hostel schon toll, also keine Panik!

 

12.08.02
Montag

10h06
im Zug Richtung Edinburgh
Ich liebe meinen Britrail Flexipass! Das läuft immer alles so erfreulich unkompliziert! Man könnte meinen, die Vertreiber bezahlen mich dafür... tun sie aber leider nicht :o(. Züge zwischen Stirling und Edinburgh verkehren übrigens ca alle halbe Stunde.
Die Nacht im Hostel war sehr angenehm - gute Matratzen, und die Waschmaschinen verstummten auch relativ bald. Aber die dünnen Wände stören schon, man hört halt die Leute draußen übern Gang latschen.
Übrigens hätte ich fast alles mögliche im Zimmer liegenlassen - meine Zahnpasta, meine Schlafhose, mein Handtuch, Waschlappen... also, Leute, immer nochmal alle Ecken überprüfen. Lieben Gruß, eure Annie.

13h40
High Street Hostel, Edinburgh, dining room
Bald kommt Mariehie! In 20 Minuten kann ich (hoffentlich) endlich auf mein Zimmer und meine Rucksäcke verstauen, und dann hopp hopp, sorfort zur Waverley Station, Marie und Kim abholen.
Ich seh schon, ich komm die nächsten Tage wieder kaum zum Schreiben... obwohl, vielleicht klappt's doch, Marie und Kim wohnen ja nicht bei mir im Hostel, sondern im Castle Rock (der Buchungsprozess war allgemein ein chaotischer und langwieriger).
War gerade ein bisschen bummeln und shoppen (mit relativ schwerem Gepäck - den großen Rucksack hab ich im Aufenthaltsraum des High Street Hostel gelassen, aber so Kleinkram wie Daypack und meine Fresstüte wollte ich da lieber nicht unbeaufsichtigt liegenlassen). Endlich, endlich habe ich auch ein ausgehtaugliches, und sogar recht erschwingliches Top gefunden (im Ausverkauf bei Monsoon (eigentlich sauteurer Laden))! Außerdem war ich im Internetcafé in der Rose Street, wo man für ein Pfund eine ganze Stunde surfen kann (dagegen die Preise in der JuHe von Stirling: ein Pfund für *sechs Minuten*!!!!). Das lobt man sich doch. Noch dazu kann man sich die Zeit minutengenau frei einteilen, d.h., man kauft am Automaten ein Zettelchen mit einem Zugangscode, der für die gewählte Minutenanzahl gültig ist. Diese Minuten kann man dann ganz nach Belieben innerhalb einer recht großzügig bemessenen Zeitspanne (ein Monat?) aufbrauchen. Das nenn ich praktisch.

 

13.08.02
Dienstag

9h15
Raum 5B, Bett Cheyenne
Marie und Kim wollen mich in ner Viertelstunde unten abholen, deshalb werd ich nicht mal annähernd die gesamten Ereignisse des gestrigen Tages zu Papier bringen können... also erstmal paar Stichworte:

  • das Wiedersehen: ganz wunderbar - Marie und Kim sind untergebracht im Castle Rock im Raum Scottish Dishes (oder so ähnlich), in den Betten Porridge und Smoked Salmon.

  • habe viele lustige Straßenkünstler gesehen

  • jede von uns hat nun ein angeblich schwarzes, tatsächlich aber golden/braun/grünes (Ansichtssache) Hennatattoo - Marie hat das Auge des Horus auf dem linken Schulterblatt, Kim das chinesische Zeichen für Hund auf dem rechten Oberarm, und ich an selbiger Stelle das Zeichen für Schlange. Die Tätowiererin war ne Deutsche aus Duisburg...
  • Abendprogramm: zunächst Zeit totschlagen ohne zu frieren im Pub "Student`s Den" am Cowgate, dann noch ein bisschen mehr Zeit totschlagen im Pub des Guilded Balloon, Cave I, unterhalb dessen, im Cave I eben, die Shows unserer Wahl stattfinden sollten:

  • Humourbeasts: absolut geiles Zweimann-Comedytheater aus Neuseeland (einer der beiden Herren war zugleich auch Teil der zweiten Gruppe des Abends, aber dazu später) - verschiedene Sketche, hauptsächlich ums Thema "Wie kreiert man im Theater eigentlich Illusionen?"..... Dank meiner Notizen und Erinnerungen schmück ich dieses magere Stichwort jetzt am heimischen PC mal aus:

    Wie kreiert man also im Theater Illusionen? Nun, da gibt es sicher viele Wege, aber der, den die Herren Humourbeasts gewählt haben, hieß: Einfach so tun als ob und dabei bierernst aussehen. "Oh, look what I created here in my hands! It`s an invisibility helmet!" (Was hält er in den Händen? Natürlich nichts. Aber egal, er setzt es trotzdem auf...) "Look! You can`t see me! I'm invisible! Whoa! Look at this chair! It's moving... moving completely on its own! It is.. flyyyying through the air! And now, it is making love to another chair..." (Während die beiden Stühle "ganz von allein" viele verschiedene Positionen ausprobieren (schon mal gesehen, wie ein Stuhl einem anderen einen bläst?), erklärt Comedy Man Nummer 2 wie diese erstaunlich überzeugende Illusion funktioniert: Es ist die Schauspielkunst, die das Unmögliche möglich werden lässt! Das Publikum ist überwältigt.)

    Auch braucht es keineswegs eine große Anzahl von Requisiten, um Effekte ganz unterschiedlicher Natur zu erzeugen - nein, denn sehen Sie, was man allein mit zwei Kino-Trinkbechern samt Strohhalmen machen kann: Man kann sie selbstverständlich in sexuell anzügliche Positionen bringen... man kann aber auch in die Rolle eines Jediritters schlüpfen, und nach einem selbstvertonten Lichtschwertduell ganz demonstrativ in den Becher röchelnd abnippeln - doch Hilfe ist nah! Mit ein bisschen Fantasie werden zwei Trinkbecher ganz schnell zu Plattenelektroden und können nun zur Wiederbelebung des Patienten eingesetzt werden. Doch danken tut es einem keiner, im Gegenteil, schon mutiert der Auferstandene zum King Kong, und erklettert mit seiner kreischenden Strohhalm-Geisel ein imaginäres Hochhaus. Doch auch hier rettet uns wieder die Fantasie - in Windeseile wird der gegnerische Strohhalm zum Militärflugzeug und ballert King Kong ins Jenseits... ich glaube, ich habe nicht mal die Hälfte der genialen Einfälle dieser Jungs hier wiedergegeben, es ging einfach alles viel zu schnell. Aber Darth Pappbecher werde ich ganz sicher niemals vergessen =0D

    Dann war da noch die Geschichte von den beiden zerstrittenen Forschern, die ich im Einzelnen jetzt nicht wiederholen kann - nur so viel: Der schönste Teil der Geschichte spielte in den Regionen rund um den Mittelpunkt der Erde, der Heimat der "demons of the dark"... über jene Dämonen hatte man vorher schon gerüchteweise gehört - angeblich gingen sie ihren Opfern an die Unterwäsche (aus unerfindlichen, aber jedenfalls nicht sexuell motivierten Gründen) und zerfleischten sie anschließend. *ha-ha-ha* Natürlich alles nur Ammenmärchen, nicht wahr, werter Kollege? Sie haben doch wohl nicht etwas Angst, was? *ha-ha* Ja nee, klar, Angst hatten se beide nich. Und als sie dann Satan begegneten (was der Zuschauer leider nicht sehen konnte, weil, sie waren ja unter der Erde (oder bühnentechnisch ausgedrückt: hinter einer Stellwand)), da gewährte er ihnen einen Wunsch (natürlich nicht einfach so, aber das gehört zu den Details, die ich jetzt weglasse). Und ihr Wunsch war: "We want to see the demons of the dark." So soll es denn sein. (Das Licht geht aus...)... "It`s all dark. I can`t see a thing. ... But, huh! What`s that!?... Ah, no! They`re tearing off my underwear! They're ripping me apart! My blood is gushing everywhere!" (Mittels einer Wasserpistole wird die Illusion kreiert, das Blut spritze bis ins Publikum... von den herumfliegenden Unterhosen ganz zu schweigen.)
    Wieder einmal haben Sie gesehen, werte Zuschauer, wie erstklassige Schauspielkunst das Unmögliche möglich werden ließ. Comedy Man Nummer 1 hier zum Beispiel, spielte nicht nur den verrückten Professor, nein, er spielte auch die Gedanken seines Gegenparts ("Hey, how come my accent sounds all different when I'm thinking? *he* Weird..."), *und* die Stimme Satans, jaha. Das hätten Sie nicht gedacht, was? Ich Held. Ich Genie. Danke, danke...

    Schon gelangweilt? Dann schlage ich vor, die Scrollfunktion zu nutzen, denn das wird hier noch ne Weile so weitergehen... für alle die mir noch folgen: Der Höhepunkt der meisterlichen Illusionsschmiede - ein Tag im Leben zweier Männer, an dem alles schiefgeht... wir hören eine Art Techno-Funkmusik... einer der Typen bläst einen Luftballon auf - aber der Luftballon fliegt ihm weg, auf den vorderen Teil der Bühne... neue Szene: ein Mann geht so seines Weges (halbverborgen durch den hüfthohen Teil der Stellwand), stolpert, und fällt voll auf die Fresse (hinter der Stellwand)... neue Szene: ein Mann und sein Schachbrett - er ist superkonzentriert, kurz vor dem entscheidenden Zug, die Hand schon ausgestreckt. Offensichtlich ist ihm die Sache wichtig. Ein zweiter Mann tritt ein, er erschreckt den Schachspieler, dieser schmeißt aus Versehen sämtliche Figuren um... der Schachspieler schäumt, er will den andern Typen verdreschen! Im Verlaufe dieses Kampfes springt er über einen Stuhl, um dem dann doch etwas stärkeren Gegner zu entkommen... neue Szene: ein Mann steht halbverdeckt hinter der Stellwand und riecht entzückt an einem Blumenstrauß - ein anderer Mann kommt - ihm will er den Blumenstrauß überreichen, aber... er fällt runter (vor die Stellwand)... beide schauen ganz bedröppelt, die Musik wird langsamer... auf einmal läuft sie rückwärts, der Blumenstrauß fliegt dem Mann wieder zurück in die Hand (bühnentechnisch ausgedrückt: er zieht an einem Faden), der Schachspieler und sein Störenfried rennen rückwärts auf die Bühne... der Schachspieler *springt* rückwärts über den Stuhl! Er setzt sich vor sein Schachbrett, bewegt die vorher so zerstörerische Hand in die entgegengesetzte Richtung, und die Schachfiguren stehen wieder! Beide Männer verschwinden hinter der Stellwand... auf einmal taucht der vorhin Hingefallene mit Schmackes und echt beeindruckender "Rückspulbewegung" wieder auf. Aber was ist mit dem Luftballon, der liegt ja immer noch vorne auf der Bühne, und da ist *kein* Faden dran... macht ja nix, wir haben ja die Maske die unsichtbar macht! Schnell mal eben aufgesetzt, den Ballon aufgehoben und dem Partner in die Hand gedrückt - damit haben sich die Jungs einen fetten Applaus und einen nicht enden wollenden Regen von Unterhosen verdient! Bravo! Kommt doch mal nach Deutschland! ... Ah, alas, die Chancen stehen schlecht...

  • Umbaupause - wir begeben uns wieder ins Pub. Aber schon bald...

  • Folk the World - The Flight of the Conchords: Wieder sehen wir uns einem Comedy-Duo gegenüber, doch handelt es sich diesmal nicht um Theater, sondern um lustige Liedchen, dargeboten von zwei Männern, ihren Stimmen und ihren Gitarren. Der eine Mann, Jermaine, ist uns nun schon aus dem zuvor gesehenen Theaterstück bekannt, der andere ist niemand anderer als Bret MacKenzie, alias Figwit (bitte Link anschauen, falls es nicht klingelt).

    Das Programm: Skurrile Anekdoten (Albi, the Racist Dragon), wahnsinnig tiefsinnige Weisheiten (love is like a roll of sellotape, real good for making two things one, but just like that roll of sellotape, love sometimes breaks off before you're done) und die verzweifelten Versuche zweier Männer, sich auf charmant-unschuldige Weise ein paar Mädels zu angeln (We like to be kissed, honestly, it's quite a lot of fun, yeah, really it is nice. And it's only polite to go along with it, isn't it? I mean, if someone kisses you you don't say "No.", do you? Well, not if they paid 20 bucks... to see the show. Or well, 15 bucks concession. That'd be a little kiss, sort of a student kiss. And group, group concession kiss. So if you want, you can come to us after the show, out of the door and then left, that's where we'll be, but honestly, kissing is absolutely sufficient for us, we don`t want any more of all the girls who come to us after the show (out of the door and to the left, remember?). But they keep offering us more... which is not what we want, you see? Anyway, we wrote a song about this problem and it`s called The Kiss Song... und leider erinnere ich mich nur noch an Bruchstücke des Textes, wie zum Beispiel jenes hier: Only because we have been exploring our mouths, doesn`t mean we have to go further South...)
    Am Besten sind natürlich immer die Songs, an die man sich einigermaßen klar erinnert... als da wären das Lied des in Seenoot geratenen armen Wichts, der von seinen Mannschaftskameraden Stück für Stück aufgegessen wird - Petrov, Yeleyena and me... lost but happy at sea... Petrov and Yeleyena say to me: Shouldn't we have something to eat? And I say: There are plenty of fish in the sea....... but all they can see is me - etwas später... Bret (mit sehr misstrauischer Fistelstimme): What are you eating there? - Jermaine (ein wenig zögerlich, mit sehr undurchsichtiger Bassstimme): Fisssh... - Bret: But it looks a lot like my arm that I've been missing lately. - Jermaine: It`s.. arm..fisshh. - Bret: Then what are those bits that look like fingers? - Jermaine: Fisssh..fingerss...
    Sehr stimmungsvoll auch der Song namens "Angels"... there are angels... doing it ... in the clouds... in the clouds, they are lying... feather's flying... angels sighing... und dann eine Reihe zunehmend ekstatisch klingender himmlischer Arien...
    Aber fast noch am schönsten war das hocherotisch dahingehauchte, pseudofranzösische Stück über l'amour... le *discothèque*... *super*marché... pampelmouuuuuses... voulez-vous Francais?... le ménage à trois... vous - moi - et le baguette
    Und nicht zu vergessen das absolut radiotaugliche, jugendfreie Raplied: There's too many mother-uckers -ucking with my shi- - gar nicht so einfach, sowas jugendfrei zu singen, das glaubt mal. Gott, ich wünschte, ich hätte ein Video von dem Auftritt! Oder einfach nur nen rauschigen Kassettenmitschnitt! Oder, gute Güte, wenn`s das doch nur gäbe, ne CD! Die Jungs sind super, wirklich super!
    Und nett sind sie auch :oD Wir haben uns nämlich hinterher noch recht lange zumindest mit Bret unterhalten (und eins, bzw gleich drei, dieser typischen, peinlichen fan-meets-hero-Fotos schießen lassen - leider leider sind sie allesamt total unscharf).

    Die Betreiber seiner Fan-Seite figwitlives.net waren auch anwesend. Im Verlaufe des Abends wurde ich einmal Monica genannt, und einmal Anakin...

  • Ins Bett ging`s dann schließlich um 3h morgens, nach ein paar weiteren Stunden Rumhängens im Guilded Balloon Pub. Heute morgen aufgewacht mit Halsschmerzen. Meh. Ich geh jetzt.

 

14.08.02
Mittwoch

10h45
im Zug von Edinburgh nach Brighton (über Crewe, wo ich umsteigen muss)
Wieder mal viel Geschreibe nachzuholen... aber ich hab ja Zeit - erstmal vier Stunden Fahrt mit diesem Zug, dann, nach Umsteigen in Crewe, nochmal drei Stunden. Na denn man los:

  • Marie und Kim waren also 9h30 im common room des High Street Hostels (von jetzt ab "HSH" genannt), um mich abzuholen.

  • Drei totmüde Gestalten wanken in die Princes Street Gardens, um sich dort auf einer möglichst trockenen Bank im Halbschatten niederzulassen (aktuelle Wetterlage: Die Sonne brennt).

  • Annika bandelt mit einem verlassenen roten Ballon an. Wir nennen ihn Bob.
  • Die Müdigkeit lässt uns keine Wahl mehr: Wir brauchen Kaffee. Also auf zu Starbucks, auf einen Iced Mocca mit wirklich nettem Blick aufs Castle.
  • Marie bedroht Bob wiederholt mit ihren spitzen Fingernägeln, aber Annie verteidigt ihn wie eine Löwin ihre Jungen.

  • Wir schlürfen Kaffee, und rufen uns denkwürdige Augenblicke der beiden Comedy-Shows vom vorigen Abend ins Gedächtnis zurück. Dabei kommen auch die unseren Getränken beigefügten Strohhalme zum Einsatz.
  • Bob scheint an Gewicht zu verlieren...
  • Der Kaffee hat zwar nur mäßig gewirkt, aber wir sind fit genug zum Surfen im Internetcafé.
  • Jepp, Bob schwindet.
  • Kurzer Abstecher zum HSH, wo Bob in meinem Bett seine letzte Ruhe finden soll.
  • Wir holen einen gewissen Chris, einen Freund von Marie und Kim, am Bahnhof ab. Chris ist Schotte, und kommt irgendwo aus der Gegend Glasgows.
  • Wiedermal Zeit für Kaffee.
  • Dann ein bisschen Künstler kucken auf der Royal Mile, aber es beginnt heftig zu regnen (echt krass extremes Wetter, ey).
  • Wir flüchten ins nahegelegene HSH. Dort Abhängen und Hobnob-Kekse knabbern im common room. Chris ist offiziell als Gast eingecheckt (was im Castle Rock Hostel nicht möglich ist, wie wir später noch feststellen werden). Wir sind wirklich halbtot und zu fast nichts zu gebrauchen.

  • Dennoch: Als der Regen aufhört, schleppen wir uns nach draußen (wo's natürlich bald wieder zu regnen beginnt), shoppen mehr oder minder erfolgreich, und enden schließlich pitschnass im Brewhouse, einem etwas prolligen Pub auf der Rose Street.
  • Wieder eine trockene (und sonnige) Phase ausnutzend, bewegen wir uns gen Castle Rock, unterwegs auf eine Nahrungsquelle hoffend. Wir finden eine, und essen echt eklig aussehendes Chips&Cheese, das aber erstaunlich gut schmeckt. Außerdem gefunden: ein krrrass geilerr Second-Hand-Klamottenladen am Grassmarket!
  • Ernüchterung am Castle Rock (wo wir den games room nutzen wollten): keine Gäste erlaubt (der common room hat da mehrere, schwer zu überwachende Ausgänge, von daher ein verständlicher Zug). Also zurück zum HSH, dort auf die Stühle plumpsen lassen und, juchhe, da ist ja ein Scrabble-Spiel! Wir spielen, und werden tatsächlich auch ein bisschen wacher. Kim gewinnt, ich werde Dritte, Chris ist Letzter. Das ist ihm sehr peinlich, da er ja von einer "Angelernten" in seiner eigenen Sprache geschlagen wurde. *harhar*
  • Endlich ist es 21h! Wir machen uns auf den Weg zum Mercat Cross.
  • Dort angekommen kaufen wir uns Tickets für die Ghost Hunter Trail-Tour. Letzten Endes besteht die Gruppe aus knapp 60 Leuten. Faith, die Führerin, erzählt uns später, dass sie auch schon mal eine Gruppe mit 85 Leuten hatte. Zur Begrüßung warnt sie uns alle vor, das sie eine ganz fürchterliche Person sei, und wir sie sicher bald hassen lernen würden. Doch zwischen den einzelnen Stationen der Tour wird Faith zu einer ganz normalen Dame, die halt zufällig Geistertouren leitet und dabei gerne mit ihren Tourteilnehmern palavert, und sie stellt sich als überaus nett und lieb heraus. So eine Art Ersatzoma für jeden.
    Die Tour ist ganz nett, beinhaltet aber leider nur Geschichten und den ein oder anderen geschickt platzierten Schrei, was durchaus manch einen zum Zucken bringt. Aber keine "Jumper Ooters". Ein bisschen schade, hatten wir uns doch ein paar peinliche Schockreaktionen erhofft, aber Faith's Erzählerei war auch so sehr unterhaltsam, und dank überaus detailfreudiger Beschreibung so mancher Folterszenerie, konnte einem dann doch manchmal fast anders werden. Zumindest eine junge Dame sah ganz so aus, als hätte sie eine etwas zu lebendige Vorstellungskraft um das Gehörte einfach so wegzustecken. Oder vielleicht mochte sie keine kleinen, unterirdischen Räume? Jedenfalls war sie kreidebleich und hielt sich schon fast an der Wand fest...
    Der Ghost Hunter Trail endete auf einem Friedhof am unteren Ende der Royal Mile, die schöne Gruselgeschichtenstimmung gelegentlich unterbrochen vom gut sichtbaren Feuerwerk des Military Tattoo am Castle. Faith meinte, in den frühen Sommermonaten wäre das noch viel schwieriger mit der Atmosphäre, da würd's nämlich mal überhaupt gar nicht erst dunkel...
  • Nach Ablieferung von Chris am Bahnhof ging's ins Bett.
  • Heute morgen 9h kamen Marie und Kim mal wieder mich abholen. Mal wieder steuerten wir zuerst Starbucks an. Dann schlenderten wir langsam Richtung Bahnhof, und fotografierten unterwegs noch eine Laterne. Weil sie aussah wie die Laterne in den Narnia Geschichten. Ihr seht, wir haben durchaus unsere Gründe für solch seltsame Aktionen. Manchmal. Bob ist ganz nebenbei immer noch in meiner Obhut. Am Bahnhof dann die Trennung auf Zeit (werde die beiden in ein paar Tagen wiedersehen), winke-winke, und nun sitz ich hier im Zug, und sehe ringsum Wiesen, ein paar Bäume, sanfte Hügel, Rindviecher und Schafe.