Autor: Robert A. Heinlein
Deutscher Titel: Fremder in einer fremden Welt
Originaltitel: Stranger In A Strange Land
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Stichworte: Außerirdische Intelligenz, Justiz, Freundschaft, Philosophie, "Groken", Humor, Drama, Sex, Bedrohung, Religion
 
Mein Lieblingssatz: Harshaw war der Meinung, gewisse Füße seien dazu gemacht, daß man auf sie trete, um die Rasse zu verbessern, das allgemeine Wohl zu fördern und die von altersher überkommene Unverschämtheit von Amtspersonen auf ein Mindestmaß zurückzuschrauben. Er hatte sofort erkannt, daß Heinrich solche Füße besaß.

Teilweise schwer zu lesen. Anstrengend, meine ich, weil die Figuren allesamt sehr wortgewandt sind, und ne Menge mitzuteilen haben. Da fängt einem schon manchmal der Kopf an zu rauchen, wenn Jubal, Michaels Ziehvater, einen seiner entwaffnenden Monologe hält.
Aber gerade das ist auch mit das tollste an diesem Roman - die Hauptfiguren, oder sagen wir 'die Guten', oder besser noch 'die Wasserbrüder' (unter Brüder fallen übrigens auch die Frauen), also diese sind eine hinreißende Sippe. Ob man mit ihnen nun persönlich klarkäme oder nicht, ist so ne Sache, aber eins steht definitiv fest: Wenn man mal wirklich in Problemen steckt, dann kann einem nichts besseres passieren, als solche Freunde zu haben.
Wobei das Wasserbruderdasein noch ein bisschen mehr als Freundschaft darstellt, denn einen Wasserbruder zu hintergehen ist das schlimmste, was man überhaupt tun kann.
Die Story selbst ist bunt wie das Leben.
Michael wird auf dem Mars geboren - seine Eltern waren damals zu einer Expedition aufgebrochen, von der man nie wieder etwas hörte, bis etwa 20 Jahre später erneut eine Gruppe Forscher zum Mars aufbricht, und dort Michael unter den Marsianern entdeckt.
Er kommt mit zurück auf die Erde, wo er zunächst eigentlich ständig und immer kurz vor'm 'Dekarnieren' ist (im marsianischen Sinne ist das der Übergang vom körperlichen zum rein geistigen Dasein, der im Normalfall freiwillig unternommen wird (sozusagen 'Selbstmord' durch reine Willenskraft)). Alles ist furchtbar aufregend, auch beängstigend und verunsichernd für ihn. Immer fürchtet er, etwas falsch zu machen.
Die Sache mit seiner Erbschaft (Juristensch**ße) bringt ihn in große Gefahr, aus der ihn seine (auf illegale Weise) neu gewonnenen Freunde und Wasserbrüder, allen voran Jill, seine favorisierte Dame, und Jubal Harshaw, sein mehr oder minder unfreiwilliger Ziehvater (Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen...) erretten wollen, indem sie ihn quasi aus des Staates Obhut kidnappen und dann von Jubals doppelt und dreifach verrammeltem Privatgrundstück aus den Kampf gegen die Korruption anleiern.
Das Ganze nimmt einen Großteil des Buches in Anspruch, aber irgendwann ist das Problem einigermaßen gelöst, und desweiteren hat Michael seine unsichere Naivität über den Haufen geworfen, und ist nun bereit gemeinsam mit Jill in die Welt hinauszuziehen, um noch mehr und immer mehr zu lernen und zu 'groken'.
Dank seiner marsianischen Weisheit und Willenskraft, gepaart mit menschlicher Körperlichkeit, meint er bald einige (sehr interessante!) Wahrheiten zu entdecken, die er dem Rest der Menschheit nicht vorenthalten möchte, und so gründet er seine eigene 'Kirche'. Womit er sich wiederrum Probleme ohne Ende schafft...
Zum Schluss noch einige Worte zu der Ausgabe an sich (ISBN 3-404-24214-9):
Da sind eine Menge Druckfehler drin. Es ist schon ein Unterschied, ob da steht: "Sie spürte keine Erregung." oder "Sie spürte seine Erregung", gelle?
Außerdem hätte ich den Titel eher mit "Fremder in einer seltsamen Welt" übersetzt. Das klingt zwar nicht so gut, aber hätte meiner Meinung nach den Sinn besser wiedergegeben. Naja, ich kann mich auch irren.


 
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