Diese Navajo-Tribal-Police Reihe ist einfach herrlich!!! Sie beginnt mit einem Fall des relativ jungen Navajo Lt. Joe Leaphorn, der sich vorerst alleine durch einige Bände schlägt, bis dann im vierten Band erstmals Sgt. Jim Chee auftaucht (zunächst auch noch solo). In Band Sieben treffen beide aufeinander und arbeiten von da an zusammen (eine wirklich süße Beziehung *grins*).
Im Laufe des Lesens lernt man die Hauptpersonen richtig schön kennen und muss des öfteren herzlich über sie lachen, weil sie so herrlich menschlich sind, und mit all ihren Macken und Eigenarten einfach liebenswert. Leaphorn ist eher ein alter Griesgram und die Legende aller Polizisten in der Reservation. Chee eckt oft mal bei ihm an, denn er macht sich mitunter seine eigenen Regeln, womit er auch durchaus mal auf die Schnauze fällt und sich dann furchtbar schämt (zu knuddelig!). Alles in allem ist er aber ein sehr guter Polizist. Tatsächlich möchte er allerdings ein Sänger (oder auch Medizinmann) sein, und außerdem auch noch irgendwann mal heiraten. Das stellt ihn alles vor ziemliche Probleme, denn sein ausdrücklicher Wunsch, weiter nach dem traditionellen Navajo-Weg zu leben, lässt sich nicht mit den Wünschen seiner Angebeteten vereinbaren. Ob ihm irgendwann nochmal die richtige Frau über den Weg laufen wird? Wird nicht verraten...
Das hört sich jetzt vielleicht etwas nach Soap-Opera an, ist aber überhaupt nicht so. Hauptsächlich dreht es sich in den Büchern nämlich um die gerade aktuellen Fälle der Stammespolizei, und die gründen sich oft genug auf den Aberglauben an Hexen (Skinwalkers), der unter den Navajos herrscht, oder auf die Habgier oder Rachsucht der Weißen. Die Täter haben hier selten einen "vernünftigen" Grund, Unrecht zu begehen; und gerade das macht auch sie sehr menschlich, und die Geschichten auch philosophisch interessant: Warum tut ein Mensch sowas?
Das fragen sich auch Chee und Leaphorn immer wieder, und manchmal stellt es sie auch vor eine Gewissensfrage: soll man diesen Menschen dafür bestrafen, oder nicht?
Nebenbei lernt man ziemlich viel, und ziemlich interessantes über die Kultur der Navajos, und es wird einem endlich restlos klar, das der Begriff "Indianer" ziemlich hohl ist. Definier mir mal einer _den_ Indianer...
Ich kenne (bis auf wenige Ausnahmen) die Bücher nur auf Englisch, wo sie auch viel besser sind (allein schon wegen der teilweise albernen Übersetzung der Titel). Man sollte möglichst mit dem ersten Band anfangen. Hab ich zwar nicht gemacht - ich hab "Skinwalkers" (Band 7) als Literaturkassette in der Bibliothek entdeckt, und damit begonnen - aber es ist schon irgendwie besser, die richtige Reihenfolge einzuhalten. Obwohl man die einzelnen Bände auch problemlos als Einzelwerk verstehen kann.
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