Autor: William Sutcliffe
Deutscher Titel: Meine Freundin, der Guru und ich
Originaltitel: Are You Experienced?
Links zum Thema:
Stichworte: Reisen, Asien, Humor, Rucksackreisen, Sarkasmus, Beziehung, Sex, Drogen, Party, Identitätskrise, Selbstfindung, Ignoranz, Unwohlsein ;o)
 
Mein Lieblingssatz: Just as my nose started twitching with revulsion, I noticed that my arsehole was on fire.

William Sutcliffes Roman würde ich mal fast als meinen Liebling unter den mir bekannten Backpacker-Reisegeschichten bezeichnen. Zwar hat auch hier der Held wieder einige Probleme zu bewältigen, aber alles in allem ist die Handlung doch eher leicht und locker. Jedenfalls wird hier keiner von irgendwelchen mordlustigen Gesellen bedroht... was ja sonst eigentlich immer der Fall ist. Und so ist das Leben des Durchschnittsbackpackers nun mal letztendlich nicht.
Sutcliffes "Are You Experienced?" (der deutsche Titel grenzt schon wieder an Dummheit, wie ich finde) beschreibt das Rucksackreisen hingegen recht realistisch. Dave, der Ich-erzählende Hauptcharakter, ist 19, mitten in seinem "gap year" (also dem Jahr zwischen Schulabschluss und Unistart), und ist zwar durchaus dem Reisen zugeneigt, aber irgendwie traut er sich dann doch nicht so recht in "die dritte Welt", während alle seine Kumpels schon mit Sack und Pack Richtung Asien aufgebrochen sind (was sie offiziell viel viel cooler macht als Dave). Nur Liz, die Freundin von Daves Kumpel James, ist aufgrund schulischer Verpflichtungen im heimischen England zurückgeblieben. Dave ist mächtig in Liz verschossen. Liz behauptet, sie liebe James, von daher habe Dave bei ihr keine Chance. In Anbetracht dieser Tatsache lässt sie Dave aber wiederholt ganz schön weit gehen... um ihm dann jedesmal einen Volldämpfer zu verpassen, wenn er das Thema "Sind wir jetzt eigentlich zusammen?" anschneidet. Dave ist verwirrt. Liz ist verdammt schwierig. Und nun hat Liz auch noch drei Monate Sommerferien, und will mit Dave nach Indien reisen - auf rein freundschaftlicher Basis, versteht sich.
Dave sagt zu, kann er doch so gleichzeitig sein soziales Image wieder aufpolieren (ein "gap year" ohne Selbstfindungstrip ist doch echt out), und eventuell auch endlich Liz rumkriegen. Oder zumindest irgendeine andere Frau.
Es wird kein einfacher Trip für Dave, denn die Voraussetzungen sind denkbar schlecht: Dave wollte ja eigentlich nie nach Indien (Australien wäre ihm viel lieber gewesen), Dave hat immer noch keine Chance bei Liz, schlimmer noch, Dave muss feststellen, dass Liz eine ziemlich dumme Kuh ist, und außerdem muss Dave sich mit "erleuchteten" Backpackern, voreingenommenen Reportern, aufdringlichen Einheimischen, den eigenen Vorurteilen und natürlich dem bösen bösen Durchfall (ah, Fäkalhumor...) rumschlagen. Aber Dave will nicht aufgeben, komme was wolle, und letzten Endes macht er dann auch eine Menge überraschend positiver und wertvoller Erfahrungen... und nur die zählen schließlich auf lange Sicht, oder?


 
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