...
HOME
...
REISEN
    Irland
    Schweden
    England
    Schottland
    Wales
    FORUM
...
Über das Rucksackreisen
...
KULTUR
    Bücher
    Musik
    Filme
...
LINKS
...
GÄSTEBUCH
    Archiv
...
MOI?
...  
 
 
 
 

Impressum
 
 
 
 
Schweden_1998  
 
 
 
Teil 4
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
19.9.98
Samstag
 
Nun haben wir Växjö verlassen, und sitzen im IC nach Stockholm. Mir gegenüber Annika, die ein Gesicht macht, als ob ihre Katze in der Mikrowelle explodiert wäre, dabei hat sie nur - zum Glück nach wenigen Bissen - festgestellt, dass ihr heute gekauftes Brot schon schimmelte (naja, der 17.9. war auch mal).
Das kostenlose Duschen haben wir morgens gar nicht mehr ausgenutzt, dafür aber die Kochplatten, um Mais warm zu machn, und heißes H2O für Trinkschokolade (mmmmmh!).
 
Oh, wie peinlich, ich war gerade auf Klo und, naja, von drinnen hab ich die Tür (probehalber) nicht aufgekriegt - aber von außen ging es. Das Peinlichste aber war... nein, das wird zensiert!!!
(Kommentar von Annie: Ich könnt's erzählen, ich könnt's erzählen!!! Mach ich aber nich, obwohl's sehr lustig war *grinsegrins*)
Jetzt weiß ich gar nicht mehr, was ich ursprünglich schreiben wollte, also die Kurzfassung: Fahrradabgabe (zum Glück bei Unbekannten, so kam kein Kommentar wie "Oh nein, nicht die schon wieder!" oder "Was? Dieses Mal ein heiles Fahrrad, nein, sogar zwei?!?"). Obwohl ich ja wahrscheinlich eh nicht viel verstanden hätte. Dabei wird mein Verstehen immer besser - bei McDo in der WC-Warteschlange hab ich mehrere Sätze, die an mich gerichtet waren verstanden "Die Damentoilete da hinten ist jetzt frei." "Nein, da ist gerade ein Mann reingegangen." "Stehen Sie auch für die Toiletten(schlange) an?" *freie Übersetzung - Anm. d. Red.
(nein, nicht DER Redaktion...)*.
Das Antworten fällt aber immernoch ziemlich einsilbig aus.
Auf'm Wochenmarkt haben wir eine gute Tat vollbracht, und einen Mann zum Lachen verholfen (obwohl es doch eher nur ein Lächeln war): Es hat ne Weile gedauert, bis ich meine Geldscheine von Kassenbons getrennt hatte, und dann gab ich ihm auch noch 1x50 & 2x20 Kronen, weil Annika meinte "72" verstanden zu haben. Nun ja, es waren nur 27 (die Zahlen stimmten also schon...).
(Kommentar von Annie: Nein, nein, nein, ich habe 77 verstanden (zum Vergleich: 27 *sollte* theoretisch ausgesprochen werden "tschügoschü" - 77 "schüttischü". Was der Mensch da gesagt hat, war etwa schüschü)! Immerhin die 7 stimmte...)
Ziemlich lang für ne Kurzfassung, gelle?
Aber da mein Rucksack gerade umgekippt ist, höre ich jetzt für's erste auch auf.

Heiliger Strohsack! Wir sind grad wie blöd durch Stockholm gelatscht, auf der Suche nach einem (*irgend*einem) Schlafplatz. Eigentlich wollten wir ja gerne in diesem alten Gefängnis auf Långholmen übernachten, aber erstmal mussten wir das ja finden. Gar nicht so einfach. Um ca 19 Uhr sind wir am Bahnhof los, und dann ging's geschlagene 2 1/2 Stunden am Stück bergauf, bergab, links, rechts, Treppe hier, Treppe da. U-Bahn fahren wär wohl doch besser gewesen...
Man muss dabei natürlich nochmal extra ausdrücklich betonen: Wir hatten all unser Gepäck auf dem Buckel. Teilweise auch an Händen und Vorderbuckel (nein, nein, *nicht* Vorderbuckel*n*, wie Conny vermutet...).
Ich schätze, der übermäßige Schokoladenkonsum der vergangenen Tage dürfte damit zumindest annähernd wegrationalisiert sein.
Wir Dussels sind auf dem Weg sogar an ner JuHe vorbeigekommen! War aber nicht die die wir wollten, also sind wir hocherhobenen Hauptes *keuch* weitergestolpert. Jaja, ich weiß, wir hätten spätestens da per Telefon die Bettenauslastung abchecken sollen, aber ich wollte nicht (bin doch so schüchtern), und Conny wollte dann trotzigerweise auch nicht (weil sie ja sowieso immer dran glauben muss). Diesmal hätten wir's aber echt gebraucht. Denn, nachdem wir erstmal noch fast über die falsche Brücke rüber wären (führte über Långholmen *hinweg*), kamen wir total abgekämpft beim Knast an und vernahmen ein total desillusionierendes "No, sorry, we're fully booked."
Was wollen die Leute alle im September in Stockholm?!?
Netterweise haben die Rezeptionsdamen für uns in der anderen JuHe angerufen. Das ist zwar ne recht teure Bleibe (130 Kronen + 15 für's Bettlaken), aber sie hatten freie Betten, und nur das zählte für mich. Also wieder denselben Weg zurück.
Und dann hieß es endlich: Rucksack runna, Klamotten abströbbeln (total nassgeschwitzt), und ab unna die Dusche!!!
Jetzt hab ich kein Bock mehr... Nacht.

Ich habe Blasen, es fühlt sich an, als ob ich in nassen Socken und Schuhen gehe - skuatsch, skuatsch - bloß dass es noch recht doll brennt. Aber z.Zt. liege ich auf einem Bett (leider... na gut, zumindest halbwegs). Also sind wir in einer Jugendherberge, aber in keiner der beiden, in die wir wollten. Das Schiff haben wir gar nicht erst gesucht, es war ja schon kurz vor 19 Uhr, aber zum Gefängnis sind wir gedackelt - hat ca 2 Stunden gebraucht, weil wir nämlich vorher die andere JuHe sozusagen aus Versehen angesteuert haben. Tja, und in der sind wir jetzt, weil unser "Zwischenstopp" leider völlig ausgebucht war. Und irgendwie sehen wir wohl zu Travellers-mäßig aus, um im Gefängnis aufgenommen zu werden - oder unser Vorstrafenregister ist zu kurz.
Na, egal, jetzt sind wir zumindest einiges Geld los - ich hoffe bloß, das klappt mit dem Überweisen!!! Rechtzeitig !!!
Viel Geld bin ich auch für die Stockholmkarte losgeworden, die wir morgen - hoffentlich ausgiebig - nutzen werden. Als Annika danach mal wieder stundenlang in nem Buchgeschäft verschwunden war, hat mich so'n Typ zwecks Unterkunftsvermitllung (sein Haus) vollgetextet, da er in der Nähe von Kempten aufgewachsen ist, hat er wenigstens deutsch gesülzt (so konnte ich wenigstens antworten, und nicht nur stumm nicken und lächeln, bzw, über einwortige Sätze hinauskommen).
 
 
20.9.98
Sonntag
 
Jetzt ist eigentlich schon der 21. um acht Uhr morgens. Ich liege schon recht lange wach, habe Annika aber noch ne Schonfrist bis jetzt gegeben. Sie will aber immernoch pennen! Nun denn, da sich gestern abend einige Neuigkeiten bzgl unserer Reiseplanung ergeben haben, sei ihr der Wunsch gestattet. Meine superlieben Eltern sind nämlich auf meinen Vorschlag eingegangen, dass Papa mich und Annika von Travemünde mit dem Auto abholt *schmatz* *riesenschmatz*. So kann jeder die 100 DM (die eigentlich für die Zugfahrt nach Essen gedacht waren) umtauschen und noch hier verbraten (-also doch nicht nur Knäckebrot, Wasser und Äpfel die nächsten Tage; außerdem auch MITBRINGSEL!!!! *jabbadabbaduh*).
Und um dann gleich Geld zu verschwenden haben wir noch ne Nacht hier (auf der Af Chapman) gebucht. Kommt aber in etwa auf's gleiche raus (hier 130 Kronen, Camping vermutlich 50 pro Person, aber zusätzlich Bahnfahrten von je 20 Kronen - na, und die knapp 10 DM kann ich dann ja wohl gerade noch erübrigen. Dabei hätte ich eigentlich lieber zum Abschluss nochmal gezeltet, aber wenn man zu zweit unterwegs ist...).
Die ganze Aktion an der Rezeption war in allem etwas peinlich, weil sie doch ziemlich lange gedauert hat. Erst habe ich den Kerl an der Rezeption angequatscht, ob meine Eltern mich am öffentlichen Telefon wohl zurückrufen könnten - es geht aber wohl nicht (die Gesellschaft will es wohl nicht - kein Wunder), naja, und dann musste ich ihn überreden, dass sie an der Rezeption anrufen dürfen, weil es eigentlich nicht erlaubt ist.
Aber es wurde uns erlaubt *grins*. Na, so hatten wir halt genug Zeit unsere Geldüberweisungspläne zu verwerfen *freu* *indieluftspring* - nein, das nehme ich zurück, weil hier auf'm Bett die Decke, zumindest ein Balken knapp 40 cm über mir schwebt... und da ich eh schon genug blaue Flecken habe - denn die Mückenstiche verändern ihr Aussehen nach ein paar Tagen, so dass man vom rotem Beulenpestträger zum blaugescheckten übergeht... sehr interessant.
So, wo war ich? Ach ja, bei gestern abend...
Nach dem Telefonieren begaben wir uns gen Schiff, kehrten aber bald um, um noch ne Nacht hier zu buchen, um dann endgültig uns zur Nachtruhe zu begeben. Die wir uns wohl verdient hatten, denn gestern war Museumstag hoch 6. Was bedeutet:
Erst biologisches Museum (mit dem Bus hin) - sehr schön, eine Menge an Tieren, besonders Vögel in einem Turm mit gläsernem Rundgang. Wir haben aber länger als die im Reiseführer angegebene 1/2 Stunde gebraucht, da wir - dank der deutschen Tafel - zwar immer die Tiernamen, nicht aber Nummern wussten. So dauerte es halt, bis wir alles irgendwie zugeordnet hatten.
Danach begaben wir uns in das Freilichtmuseum "Skansen". Sehr nette alte Häuser, Leute die "auf alt arbeiteten", ich meine genauso wie früher, also ähnlich wie in Hagen... Sehr interessant die Glasbläserei und lecker die Bäckerei - dieser Duft, ich glaub ich hatte die zweiten Niagara-Fälle in meinem Mund...
Außerdem ist noch ein Zoo auf dem Gelände. Wir standen ziemlich lange vor'm Bärengehege, wo die Bärenmami und Junges auf'm Baum saßen. Und die Mama hat ziemliche Verrenkungen angestellt (ich hätte nicht gedacht, dass sie so gelenkig ist!), um ihren Platz zu verlassen und die "rettende" Erde zu erreichen - hat so ca ne 1/4 Stunde gedauert.
Das nächste Museum war dann eine sehr nette Wasserwelt, "Aquarius" (oder so ähnlich). Im Tropen- & Seegebäude waren in der - der Natur nachempfundener (sehr echt!!!) - Umgebung zum Großteil Fische, aber auch n paar Insekten und Reptilien zu bewundern - auch sehr nett!
Dann das Vasa = die Vasa sehr beeindruckend, das echte Schiff in seiner Größe zu bestaunen und sich Filme (sehr empfehlenswert!) und Tafeln zu Gemüte zu führen.
Unser 5tes Museum war das "Nordische Museum" - riesig, deswegen haben wir uns hauptsächlich auf die im Reiseführer empfohlenen Ausstellungen über die Samen (war toll) und Mode (nun ja, wahrscheinlich auch toll - entspricht nur nicht so meinem Interesse) konzentriert.
Dann ging's mit'm Bus wieder nach Skeppsholmen, aber weiter (wenn's denn auch nur ca 150m vom Schiff sind...) zum Modernen Museum (für mich) bzw. zum Architekturmuseum (für Annika). Das Moderne Museum ist ganz nett, überschaulich/-bar (im zweifachen Sinne), z.T. sehr modern, aber viele bekannte Maler (Picasso, Dali, Ernst...). In das jeweilig gegenüberliegende Museum konnten wir dann nicht mehr, weil es mittlerweile doch "schon" 18 Uhr und somit Museumsschluss war. Also gab's nach'm Einchecken Mampfen (Blumenkohlsuppe mit Kartoffelbrei) und dann ne Busfahrt zum "Käknästornet" auf dessen über 100 m man innerhalb von ca 30 sek dank Fahrstuhl hinaufeilt (nein, eigentlich ja geeilt wird; schon anders als die 153 Stufen auf'n Turm in Skansen zu laufen...). War zwar schon 'n büschen dunkel, und wir hatten 'n paar problems unseren Schlafplatz "Af Chapman" auszumachen, dafür haben wir die Stockholmskarte aber auch wirklich ausgenutzt.
Mein Einschlafen hat trotzdem recht lange gedauert, naja, und da ich irgendwann früh morgens von Annika geweckt wurde, und dann recht wach war (aber das hab ich ja schon als "Einleitung" niedergeschrieben - Annikas Weckgrund allerdings noch nicht). Auf geht's, wenn ich mich auch nicht mehr an den genauen Wortlaut ihres Erzählens erinnere... Sie scheint übrigens bei vollem Bewusstsein gewesen zu sein, aber wohl erst kurz bevor sie mich ansprach...
"Conny, hab ich gerade nur böse geträumt oder müssen wir wirklich umziehen? Ich war nämlich gerade dabei, meinen Schlafsack einzupacken..."
Mein recht unverständliches Gesicht und mehrmaliges Nachfragen: "Häh? Was ist los?" sind auf die recht ungewöhnliche Weckart zurückzuführen... Mein fehlender Schlaf hernach wohl auch - was soll's!
 
 
21.9.98
Montag
 
Hui, wie die Zeit verläuft! Genau wie wir - wir laufen, laufen, laufen, die ganze Zeit. Aber während ich mittlerweile auf ner Parkbank sitze, wuselt Conny immernoch verbissen suchend durch die Gassen. Sie hat nämlich noch so viel Geld übrig (ganz ungewohnt...) - das will sie lieber sinnvoll ausgeben als umtauschen. Was fällt an diesem Satz unangenehm auf? Richtig, das Wörtchen "sinnvoll". Denn während meinerein sich mit so stuckendoofem Krams wie schwedischen Büchern, Filmen, Schokolade (ach nööö!), Figurenkerzen (dann auch noch gestapelte Totenköpfe! Naja, immerhin weniger krass als der Sensenmann *hähähä*), Socken, Pastadosen, Katzenfiguren, Wikingerkopf-Pinnen, auch noch Klamotten und Cola eingedeckt hat, steht das arme Connily immer vor tollen Sachen, bestaunt sie, findet sie auch echt süß oder klasse... ja, und dann sind entweder die Hosenbeine zu kurz oder zu eng (dafür dann oben zu weit), die Ärmel sowieso, und Ledersachen mag sie ja eh nicht (oder doch?...?..), und wenn's sich nicht grade um Klamotten handelt, entpuppt sich das Teil bei genauerem Hinsehen (und dem berühmt-berüchtigten, sehr gefährlichen und unter allen einkaufstechnischen Umständen zu vermeidenden Denkprozess) als irgendwie sinnlos. Man beachte die Antizipation.
Naja, ich bin jedenfalls momentan mit meinen Errungenschaften ziemlich zufrieden. Allein von den Büchern kann ich ein Leben lang zehren. "Der Herr der Ringe" auf Schwedisch! Die ganze Trilogie! So *klein* geschrieben ist das!!!
Dafür hab ich jetzt auch für jedes Familienmitglied (mindestens) ein Geschenk, und relativ gut (sinnvoll.....) sind sie auch. Zumindest die Rentiersocken für Lena. Dann muss sie mir nicht mehr ständig welche moppsen. O.k., soviel dazu.
Puuuuh, wir sind jetzt knappe sechs Stunden rumgetappert, das Schiff (=JuHe) ist in Sichtweite, aber Conny immernoch nicht.
Dauer...
Da kann ich ja immerhin ein bisschen versäumte Eintragungen nachholen.
Das letzte Mal war also Samstagabend. Sonntagmorgen sind wir (zum ersten Mal unter Benutzung der Stockholmkarte (Museums- und Nahverkehrskarte)) zur Af Chapman gefahren. Das ist besagtes JuHe-Segelschiff, dass dahinten so schön vor sich hindümpelt. Zum Glück kriegten wir auch Betten (und zwar *auf dem Boot*!). Ich sollte ob dieses Klammereinwurfs vielleicht erklärend anmerken, dass die JuHe aus zwei Teilen besteht. Ein Haupthaus, mit Küche, Zimmern und Rezeption, und eben das Schiff - nur mit Kajüten. Naja, und Duschen und sowas gibt's auch.
Einchecken geht eh erst um 15 Uhr, also haben wir die Rucksäcke abgeschmissen und sind auf zur Insel Djurgarden, mit ihren tausend Museen (nein, nein, nicht *wirklich*). Zuerst waren wir im Biologischen Museum, dann im Freilichtmuseum Skansen, dann in der Aquarius Wasserwelt, dann im nordischen Museum, und dann war ich noch im Architektur Museum, und Conny zeitgleich im benachbarten Museum der modernen Kunst.
Als wär uns das noch nicht genug... halt. Ich vergaß das Vasa Museum. O.k., dann aber waren wir noch auf dem... Dingsbummsturm. So nen hoher, wo man auf die ganze Stadt kucken kann. Allerdings war's schon dunkel. Danach sind wir noch U-Bahn gefahren, weil die blaue Linie die längste Kunstgalerie der Welt sein soll. Ich glaube aber, wir haben die falsche Endhaltestelle gewählt. Bin mir sogar ganz sicher. War aber trotzdem o.k. Und etwas (nur etwas *schwitz*) Nervenkitzel gab's außerdem noch: Plakatierer im U-Bahnschacht - wär kein Job für mich. Allein vom Zugucken wurd mir ganz anders. Ich mein, die Jungs waren ja echt fix, aber als dann auf der Ankunftstafel die Minutenzahl immer kleiner und kleiner wurde (*weiterplakatier*), und dann der Warnpfiff erscholl (*weiterplakatier*), da hätt ich mir am liebsten die Augen zugehalten. Natürlich ist nichts passiert. Schade *harharhar*.
Als wir dann relativ wenig später ins Bett gingen (ENDLICH!), musste ich eine fette Spinne über meiner Koje (hmmmm, Bett, ganz normales Bett) entdecken. *UAAAAAAAAAAAH*
Nichts dagegen, dass die da sitzt, aber wenn sie nachts auf Pirsch geht... und sie schien schon recht munter. Der alte Glas und Papiertrick ging nich so ganz, da als Auswurfschacht nur ein Bullauge vorhanden war, und es war dunkel (alle anderen schliefen schon). Auf den spannenden Moment der Glaskontrolle (isses leer? ...NEIN?!? *URG!!!*) kann ich gut verzichten. Außerdem hätt sie ja wieder reinkriechen können. Also entschloss ich mich (wirklich) schweren Herzens, sie zu exekutieren. Aber denkste! Als ich die fett gefaltete braune Papiertüte (übrigens ursprünglich heimeliges Behältnis meines Tannensprösslings aus dem Skansener Waldhaus) gegen die Decke, und somit auch gegen das sorglos umherkrabbelnde Spinnenvieh batschte, war selbiges ja noch lange nicht erledigt! Oh, gar schrecksame Geräusche erreichten meinen Gehörgang bei gelinder Lüftung der hoffnungstroffen Zelluloseverbindung: wibbelnde Spinnenbeine!!!
Also ich nochmal voll drauf! Den (hoffentlich) toten Spinnenleib mit Schmackes in Richtung Wand und unten schleudernd!
Weg war sie dann, aber auch völlig. Kein Kadaver zu sehn - noch nicht mal'n Fleck an der Decke. Half ja alles nichts, ich musste in Ungewissheit schlafen, und wie sich am nächsten Morgen rausstellte, hat sie's tatsächlich überlebt! *schluchz* *herzeleidhab*
Aber das Schlimmste daran war, dass eine andere Spinne (wohl ihr Kumpel) sie anscheinend auf dem Boden gefunden, und wieder nach oben geschleppt hat. Ins Lazarett sozusagen. Allein ist die da sicher nicht hingekommen. Sie saß da nämlich ganz jämmerlich und zusammengekrümmt, mit 6-8 gebrochenen Beinen... *BUHUUUU* Ich hasse sowas! Aber den letzten Todestoß konnte ich ihr dann auch nicht mehr geben. *schüttel*
Jedenfalls hat mich diese ganze (nein, die halbe, es war ja noch nicht morgens) Spinnengeschichte so dermaßen mitgenommen, dass ich ziemlich blöde geträumt hab. Ich dachte nämlich plötzlich, wir müssten jetzt sofort aufstehen und gehen. Als ich dann aber mit meinem Schlafsack in der Hand (fertig zum Einpacken) auf dem Boden stand, kam mir das auf einmal wahnsinnig unangebracht vor. Aber so ganz sicher war ich mir dann doch wieder nicht. Kam mir zwar leicht blöd vor, aber ich musste einfach mal bei Conny nachfragen. Ich da also rübergeschlufft, Conny angetippt und ganz sachlich gefragt: "Conny, hab ich jetzt grad nur böse geträumt, oder müssen wir tatsächlich jetzt gehen?"
Arme Conny, hat das irgendwie gar nicht gecheckt. Komisch...
Immerhin, es war sehr erfreulich, sich wieder hinlegen zu dürfen. Hoffentlich haben das die anderen im Zimmer nicht mitgekriegt.
Heute nacht haben wir zumindest dieses Problem definitiv nicht. Mittlerweile sind wir nämlich in der JuHe-Besatzungsrangfolge zum Kapitän aufgestiegen. Übrigens, ich sitze auch jetzt nicht mehr auf der Parkbank - eben noch im Mini-Pärkchen, jetzt schon auf unsere Extramatratze in die Kapitänskajüte.
Die Reservematratze brauchen wir, weil's hier drin nur ein Bett gibt *?!?*. Was'n hier los? Rätsel über Rätsel.
Also, die Geschichte ist die: Gestern abend hatten wir eigentlich noch vor, heute auf einem Campingplatz zu übernachten (nicht etwa, weil wir dazu lustig wären (ich zumindest nicht), sondern aufgrund einer absehbaren Mega-Finanzflaute). Dann aber rief Conny ihre Eltern an. Und zum ersten Mal klappte der Rückruf. Aber auch nur, weil er an die Rezeption der Af Chapman ging. Mit diesem Gespräch änderte sich die Situation gewaltig. Conny konnte ihre Eltern überreden, uns mit dem Auto in Travemünde abzuholen. So war die Zugfahrt gespart, also hatten wir jeder 60 DM (mit Krisenreserve sogar knappe 100) mehr. Erstmal gingen wir freudestrahlend zurück zum Schiff, aber auf halbem Wege fiel uns auf, dass man mit mehr Geld ja auch teurere Sachen machen kann. Also, wie wär's mit noch ner Nacht in einem richtigen Bett? Toll, toll, tolle Idee! Zurück in die Rezeption, und nach ungefähr ner halben Stunde war die Sache dann endlich geritzt. Der Mensch da war ein bisschen langsam - ein blutiger Anfänger (nee, wat war dat knuffig! Er hat sich wirklich und im wahrsten Sinne des Wortes krampfhaft um uns bemüht). Und das war unser Glück!
Heute beim Einchecken erfuhren wir nämlich, dass der uns ins Männergehege gesteckt hat. Und um diesen Fehler wieder gutzumachen, wurde uns das Doppelzimmer ganz oben an Deck angeboten. Zum selben Preis, versteht sich.
Das Zimmer war ansich genial. Verdammt klein zwar, aber eben ganz oben (hätte man schön mit angeben können *hihihi*).
Leider war es dann doch schon gebucht... huppala, schon wieder ein Fehlerchen, tjaaaa. Zu unserer Besänftigung (oh, was waren wir "sauer" (*kicherkicher* *freu*)), musste dann die 400 Kronen teure Einzelkabine herhalten. Die ist inklusive Handtuch und Bettlaken. Und sogar ein eigenes Klo haben wir! Und wir, NUR WIR, dürfen die abgesperrte Treppe hoch! *prahl* GEIL!!!
Weiter zu Teil 5
Oder zurück nach oben